Der GEB fragt zum Thema Kinderbetreuung in Bayreuth nach
im Lichte der bevorstehenden Kommunalwahl 2026 möchten wir die Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten auf ein zentrales Thema der kommunalen Familienpolitik aufmerksam machen: die Kindertagesbetreuung in Bayreuth. Die Positionen und Pläne der Politiker zu diesem Thema sind für viele Eltern und Familien in unserer Stadt von großem Interesse.
Beantwortet haben aktuell (Stand 21.02.2026):
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Jannick Metz, Die Linke
Luisa Funke-Barjak, FDP
Dr. Andreas Zippel, SPD
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
1. Wie bewerten Sie die derzeitige Situation der Kindertagesbetreuung in Bayreuth hinsichtlich…
der Anzahl der zur Verfügung stehenden Betreuungsplätze
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Laut meinem Kenntnisstand, basierend auf den Aussagen der Sozialrefentin vom 10.11.25 im Bayreuther Tagblatt, wurde die Anzahl der freien Plätze auf ungefähr 15 Plätze, 11 in KiTas, 4 in Krippen, beziffert. Das heißt, dass z. Z. alle Betreuungswünsche erfüllt werden konnten. Das ist leider nicht immer wohnortnah möglich, liegt aber teilweise in der Natur der Sache, da die Aufenthaltsdauer in einer KiTa bei etwa 3 Jahren liegt, die Nutzungsdauer eines Gebäudes bei etwa 30 Jahren.
Jannick Metz, Die Linke
Nicht ausreichend
Luisa Funke-Barjak, FDP
siehe „Finanzierung der Betreuungsangebote“
Dr. Andreas Zippel, SPD
Laut Aussage der Stadtverwaltung konnten 2025 das erste Mal seit vielen Jahren alle Anfragen auf einen Kitaplatz erfüllt werden. Ich sehe die Situation dennoch weiterhin kritisch:
– Diverse Kitas haben keine 100%, sondern eine Überbelegung mit bis zu 110%. Hierunter leidet die Qualität der Betreuung.
– Auch sorgt diese Maximalauslastung dafür, dass bei unterjährigem Zuzug kaum/keine Anmeldungen möglich sind.
– Wir wissen nicht, wie hoch die Dunkelziffer der nicht betreuten Kinder ist.
Daher möchte ich unbedingt die Jugendhilfeplanung fortschreiben. Dieses Mal muss auch der ab 2026 beginnende Ganztagesanspruch und die bei einer Sanierung von Gebäuden kurzzeitig wegfallenden Plätze einberechnet werden. Auch müssen wir durch quartiersbezogene Betrachtung dafür sorgen, dass Kinder von der Kita über den Schulsprengel möglichst zusammen in die Grundschule gehen.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Bei der Anzahl der verfügbaren Betreuungsplätze ist zunächst festzuhalten, dass Bayreuth erstmals seit vielen Jahren eine Vollversorgung erreicht hat. Das ist ausdrücklich positiv zu bewerten. Quantitativ ist die Situation aktuell erstmals seit langem nicht mehr katastrophal, es gibt insgesamt ausreichend Plätze.
Gleichzeitig darf man sich davon nicht blenden lassen, denn qualitativ bestehen weiterhin erhebliche Defizite. Besonders deutlich wird das bei der personellen Ausstattung. Kinderpfleger:innen und Erzieher:innen arbeiten in einem anerkannten Personalmangelberuf mit hoher körperlicher und emotionaler Belastung. Es fehlt Personal, und dieser Mangel wirkt sich unmittelbar auf den Alltag in den Einrichtungen aus.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Die Anzahl der Betreuungsplätze hat sich in den letzten Jahren verbessert und zahlreiche laufende Projekte lassen auch erwarten, dass sie sich weiter bessern wird. Allerdings ist der Bedarf doch stark schwankend und in den nächsten Jahren wohl noch einmal zunehmend. Bezieht man die in Bau befindlichen Einrichtungen mit ein, würde ich aus dem Bauch ein „am unteren Ende ausreichend“ einschätzen. Die letzte städtische Beurteilung ist der Entwicklungsplan aus dem Jahr 22 und muss erneuert werden. Wir brauchen auch für die kommenden 5 Jahre verlässliche Einschätzungen.
Thomas Ebersberger, CSU
Eine gute Kindertagesbetreuung ist für mich eine extrem wichtige Maßnahme, da bereits in der Kita die Förderung und Integration der Kinder beginnt.
Derzeit hält Bayreuth circa 4000 Betreuungsplätze vor. Die Kindertagesstätte Hammerstadt wurde um 55 neue Plätze erweitert, der Waldorfkindergarten um 18 mit dem Naturwagen, die Kitas in der Altstadt, Rathenaustr, Graf Bertold Str wurden gesichert, einige „Aufrundungen“ in Kitas geklärt, Ganztagsbetreuung an Schulen ausgebaut.
Insgesamt hat sich die Betreuungssituation merklich entspannt, die Dringlichkeitsliste ist abgearbeitet, es gibt noch einige freie Kindergartenplätze.
Aufgrund des demographischen Wandels hat sich die Anzahl der Kinder um fasst 12 % reduziert, im Kindergartenbereich um 180 Kinder, d.h. 9 %. Bei der Ganztagsbetreuung werden zusammen mit der Diakonie in der Richard-Wagner-Str. 25 neue Plätze angeboten, der Hort der AWO wurde um 60 Plätze aufgestockt, Grundschule Herzoghöhe um 40 Plätze.
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
der personellen Ausstattung der Einrichtungen,
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
ist gut. Wir müssen allerdings am Ball bleiben. Da in anderen Städten, insbesondere in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, aber auch in Städten wie z.B. Köln, Berlin, Bergisch-Gladbach oder Lörrach, teilweise Stellen abgebaut werden müssen, wegen Nichtauslastung von KiTas, hoffen wir, hier qualifizierte Kräfte
gewinnen zu können. Wie dies geschehen könnte, würde ich in der Trägerversammlung gemeinsam mit den Betroffenen erörtern.
Jannick Metz, Die Linke
Personalschlüssel muss IMMER eingehalten werden! Hilfskräfte dürfen nur im Notfall eingesetzt werden! Stärkere und bessere Überwachung von Praktikant*innen um diesen nicht mehr Verantwortung zu übertragen als rechtlich erlaubt! Hierfür neue Stelle schaffen im Amt für Kinder-Jugend und Familie.
Luisa Funke-Barjak, FDP
siehe „Finanzierung der Betreuungsangebote“
Dr. Andreas Zippel, SPD
Grundsätzlich ist dies die Aufgabe der Gesetzgebung des Freistaates. Bayreuth kann dies nur durch den Qualitätsbonus (Bayreuther Basiswert) beeinflussen. Dieser funktioniert zurzeit nur nach reinen Zahlen (Betreuungsschlüssel): Kommen auf eine bestimmte Anzahl Kinder/Betreuungsstunden eine Betreuungskraft, gibt es eine Bonus-Zahlung. Sind es zu viele Kinder, fällt diese weg. Ich möchte mit den Trägern zusammen herausarbeiten, welche anderen Kriterien besser geeignet wären.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Bei der Anzahl der verfügbaren Betreuungsplätze ist zunächst festzuhalten, dass Bayreuth erstmals seit vielen Jahren eine Vollversorgung erreicht hat. Das ist ausdrücklich positiv zu bewerten. Quantitativ ist die Situation aktuell erstmals seit langem nicht mehr katastrophal, es gibt insgesamt ausreichend Plätze.
Gleichzeitig darf man sich davon nicht blenden lassen, denn qualitativ bestehen weiterhin erhebliche Defizite. Besonders deutlich wird das bei der personellen Ausstattung. Kinderpfleger:innen und Erzieher:innen arbeiten in einem anerkannten Personalmangelberuf mit hoher körperlicher und emotionaler Belastung. Es fehlt Personal, und dieser Mangel wirkt sich unmittelbar auf den Alltag in den Einrichtungen aus.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Fehlendes Personal ist kein Bayreuther Problem, sondern ein bundesweites. Die Stadt kann darauf keinen direkten Einfluss nehmen, kann aber versuchen durch die Attraktivität des Arbeitsplatzes für Erzieherinnen und Erzieher Standortwerbung zu betreiben.
Thomas Ebersberger, CSU
Die personelle Ausstattung der Einrichtungen, genauso wie die pädagogischen Angebote werden grundsätzlich von den Trägern angeboten, von der Stadt jedoch laufend finanziell unterstützt.
Maximilian Maul, AfD
siehe „Anzahl der zu Verfügung stehenden Betreuungsplätze“
der pädagogischen Angebote in den Einrichtungen,
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Von der Waldorf- über die Montessori-KiTa, die Wald-KiTa, die integrative KiTa, die Kneipp-KiTa bis zur Kita, die nach dem Situationsansatz agiert, Bayreuths KiTa-Landschaft ist äußerst vielseitig! Demnächst wird es auch noch eine Sport-KiTa geben, in der das Thema Bewegung und Inklusion im Mittelpunkt stehen wird.
Jannick Metz, Die Linke
Vielfältigkeit anpassen, Waldgruppen stärker ermöglichen
Luisa Funke-Barjak, FDP
siehe „Finanzierung der Betreuungsangebote“
Dr. Andreas Zippel, SPD
Dies ist Sache der Träger. Man darf für Bayreuth wirklich positiv das breite Angebot unterschiedlicher Konzepte durch viele verschiedene Träger hervorheben.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Die pädagogischen Angebote stehen und fallen mit den Rahmenbedingungen. Das vorhandene Fachpersonal leistet sehr viel und tut, was möglich ist. Ohne zusätzliches Personal, ohne Zeitreserven und ohne bessere Ausstattung sind jedoch qualitative Weiterentwicklungen nur eingeschränkt realisierbar. Eine Kritik am Personal wäre deshalb fehl am Platz – das Problem liegt in den Strukturen.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
siehe „Anzahl der zu Verfügung stehenden Betreuungsplätze“
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
des baulichen Zustands der Einrichtungen und
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Überwiegend sind die Einrichtungen in unserer Stadt in einem guten, bzw. sehr guten Zustand. Es gibt in einigen Einrichtungen Sanierungsbedarf. Das werden wir angehen. Wir müssen aufhören, Container zu verteufeln. Sie sind viel besser als ihr Ruf. Damit schaffen wir mehr räumliche Flexibilität und können besser auf den demographischen Wandel, bzw. die Bedarfe in den einzelnen Stadtteilen reagieren.
Jannick Metz, Die Linke
Beispiel Saas! Seit Jahren in Containern, kein Gebäude in Sicht! Dies muss sich sofort ändern!
Luisa Funke-Barjak, FDP
siehe „Finanzierung der Betreuungsangebote“
Dr. Andreas Zippel, SPD
Sehr unterschiedlich, das Level ist grundsätzlich nicht schlecht. Man merkt aber, dass bei den städtischen (und älteren) Gebäuden großer Sanierungsbedarf vorhanden ist. Gleiches gilt für diverse Containerlösungen.
Meiner Ansicht liegt dies auch am Verfahren für den Gebäudeunterhalt: von der Meldung eines Problems über den Verwaltungsweg bis hin zur Umsetzung dauert es oftmals zwei Jahre. Das würde ich genauer analysieren und umorganisieren
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Beim baulichen Zustand der Einrichtungen zeigt sich besonders deutlich, wo in der Vergangenheit improvisiert werden musste. Containerlösungen waren zwischenzeitlich ein Mittel zum Zweck, um überhaupt annähernd ausreichend Plätze zu schaffen. Klar ist aber auch: Kinder gehören nicht dauerhaft in Container. Jetzt muss die Phase des konsequenten Bauens beginnen – dauerhaft, kindgerecht und zukunftsfähig.
Als Junges Bayreuth haben wir auch den Neubau der Kita Saas beantragt. Leider wurde dieser knapp angelehnt. Der Grund: Eine ideologische Gegnerschaft von Teilen des Stadtrates gegen die wenigen Einfamilienhäuser, die in diesem Zuge mit entstanden wären.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
siehe „Anzahl der zu Verfügung stehenden Betreuungsplätze“
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
der Finanzierung der Betreuungsangebote?
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Derzeit deckt der Freistaat Bayern lediglich ca. 60 % der tatsächlichen Kosten. Ich werde mich beim Bayerischen Städtetag sowie den lokalen und regionalen Landtagsabgeordneten dafür einsetzen, dass der Freistaat künftig eine tägliche vierstündliche Mindestbildungs- und -förderzeit pro Kind finanziert und für darüber hinaus gehende Buchungszeiten 90 % der Kosten übernimmt. Darüber hinaus würde eine allgemeingültige, nach Einkommen gestaffelte, Gebührensatzung für Planungssicherheit und Bezahlbarkeit für Eltern sorgen.
Jannick Metz, Die Linke
Hier werden wir versuchen direkt Einkommensabhängige Kitagebühren einzuführen. Dies soll direkt einkommensschwächere Familien unterstützen. Über einen längerfristigen Zeitraum ist unser Plan Kostenlose Kindergärten für Bayreutherinnen und Bayreuther zu ermöglichen. Dies wird aber sehr wahrscheinlich ein laufender Prozess werden und nicht auf einmal möglich sein.
Luisa Funke-Barjak, FDP
In Bayreuth gibt es weiterhin zu wenige Betreuungsplätze, besonders im Krippenbereich und bei den Ganztagsangeboten. Der anhaltende Fachkräftemangel belastet viele Einrichtungen und gefährdet somit die Qualität der Betreuung.
Die pädagogische Arbeit ist engagiert, leidet aber zunehmend unter Zeit- und Personaldruck. Viele Gebäude sind sanierungsbedürftig, während Neubauten zu langsam vorankommen. Die Finanzierung stellt für die Stadt und die Träger eine immer größere Herausforderung dar.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Auch das ist grundsätzlich Aufgabe der Gesetzgebung des Freistaates. Eine kommunale Bezuschussung ist aus meiner Sicht kaum finanziell darstellbar. Die bisherigen Gesetzesinitiativen aus München sind weiterhin wenig konkret. Hier würde ich mich über den Bayerischen Städtetag einbringen wollen.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Die Finanzierung der Kindertagesbetreuung ist dabei eine klare kommunale Pflichtaufgabe. Entscheidend ist weniger die Frage, ob Geld vorhanden ist, sondern wofür es priorisiert wird. Kitas und Schulen müssen im städtischen Haushalt oberste Priorität haben.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Zur Finanzierungsfrage könnte man es sich leicht machen. Aber egal, wer Stadtpolitik in den nächsten Jahren gestaltet. Die Stadt Bayreuth versiebenfacht Ihre Schulden in den nächsten 3 Jahren auf den absoluten Rekordstand von 300 Mio Euro und steht am Rande der Finanzaufsicht. Versprechungen in einer solchen Situation sind schwierig. Aber die Priorisierung ist klar. Die Sanierung der Stadtfinanzen ist eng mit den Möglichkeiten verbunden. Dazu gehört auch eine Verwaltungsreform und die Überprüfung der Verwaltung auf Effizienz. Unser Ziel ist Wachstum für Bayreuth durch Attraktivierung als Familienstadt zu generieren und indirekt darüber auch die Stadtfinanzen zu verbessern.
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
siehe „Anzahl der zu Verfügung stehenden Betreuungsplätze“
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
2. Was sind Ihrer Meinung nach aktuell und in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen hinsichtlich der Kindertagesbetreuung in Bayreuth?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Der demografische Wandel und damit einhergehend weniger Kinder, die KiTas und Krippen besuchen, wird auch in Bayreuth dafür sorgen, dass mehr räumliche Flexibilität erforderlich ist, da sich die Bevölkerungsstruktur in den Stadtteilen verändern wird. Das für die Stadt Bayreuth erarbeitete demographische Profil muss daher Basis für alle künftigen Planungen sein.
Jannick Metz, Die Linke
Anpassung der Betreuungsplätze auf die Geburtenrate und Renovierung unserer Kindergärten. Hierfür Einführung eines gesonderten Postens im Amt für Kinder- Jugend und Familie in Bayreuth, dessen Zuständigkeitsbereich sich lediglich mit der Planung, Sicherstellung und Weiterentwicklung der Betreuungsplätze für Krippe, Kita und Hortplätze
kümmert.
Luisa Funke-Barjak, FDP
Die größten Aufgaben sind die Gewinnung von Fachkräften, der Ausbau von Plätzen, die Umsetzung des Ganztagsanspruchs und eine verlässliche Finanzierung.
Dr. Andreas Zippel, SPD
In erster Linie der hohe Investitionsstau in den Kita-Gebäuden, zudem eine gute Umsetzung des Anspruchs auf Ganztagsbetreuung.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Die größten Herausforderungen liegen eindeutig im weiteren Ausbau und der Sanierung der Einrichtungen, im Herausführen der Kinder aus Provisorien sowie in der dauerhaften Sicherung und Gewinnung von Fachkräften. Hinzu kommt eine verlässliche, vorausschauende Bedarfsplanung, die nicht jedes Jahr auf Kante näht, sondern mit realistischen Reserven arbeitet. Eine enge Abstimmung zwischen Stadtverwaltung, Trägern und Elternvertretungen ist dabei unerlässlich. Mit Blick auf die kommenden Jahre kommt außerdem der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule hinzu, der frühzeitig und realistisch vorbereitet werden muss.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
1. Sanierung der Stadtfinanzen – Ohne Mittel ist alles nichts / 2. Gewinnung von Personal / 3. Erweiterung des Angebots in Quantität und Qualität der Betreuung / 4. Maßnahmen zur verbesserten Integration einer sich wandelnden Gesellschaft
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Die zentralen Herausforderungen sind der Fachkräftemangel, der Ausbau von Betreuungsplätzen bei gleichzeitigem Kostendruck, die bauliche Modernisierung bestehender Einrichtungen sowie die Vorbereitung auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026/2027 – und dies alles unter den Bedingungen einer stark eingeschränkten kommunalen Finanzlage.
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
3. Welche konkreten Maßnahmen schlagen Sie vor, um die Qualität der Betreuung in Krippen, Kindergärten und Horten in Bayreuth zu sichern und zu verbessern?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Siehe 1 und 2
Jannick Metz, Die Linke
Rahmenbedingungen wie Räumlichkeiten Betreuungsschlüssel verbessern, weiterhin sind regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für das Personal das A und O für qualitativ hochwertige Kinderbetreuung! Hierfür muss die Stadt gemeinsam mit Trägern verbindliche Absprachen treffen!
Ein Kita-Gipfel muss ins Leben gerufen werden und mit regelmäßig Tagungen und durch lückenlose Dokumentation dafür sorgen, dass die Qualität der Kinderbetreuung langfristig verbessert und gesichert wird.
Luisa Funke-Barjak, FDP
Die Fachkräfte können durch weniger Bürokratie entlastet werden, dadurch bleibt mehr Zeit für die pädagogische Arbeit. Wir müssen gezielt in moderne Gebäude, die Ausstattung und digitale Unterstützung investieren.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Wie schon geschildert könnte man mit den Trägern über eine Anpassung des Qualitätsbonus (Bayreuther Basiswert) nachdenken, sodass z.B. auch die Vorhaltekosten für Notplätze, die Betreuung von Kindern mit besonderen Anforderungen oder die Ausbildung von Pflegekräften einfließen.
Auf baulicher Ebene würde ich einerseits die Verwaltungsverfahren umorganisieren wollen und zweitens endlich ein städtisches Facility-Management/Liegenschaftsverwaltung einführen, um den Unterhalt zu verbessern.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Die Qualität der Betreuung steht und fällt mit den Menschen, die täglich mit den Kindern arbeiten. Deshalb müssen zuerst die Grundlagen stimmen: ausreichend Personal, verlässliche Vertretungsregelungen und Arbeitsbedingungen, die nicht dauerhaft an die Belastungsgrenze führen. Gleichzeitig braucht es gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote sowie bauliche Investitionen, die den Alltag in den Einrichtungen tatsächlich verbessern. Pädagogische Weiterentwicklungen sollten dabei nicht von oben verordnet werden, sondern gemeinsam mit Fachkräften, Trägern und Eltern entstehen. Entscheidend ist, dass die Energie des Personals nicht durch Mangelverwaltung aufgezehrt wird.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Konkret: In der Saas habe ich mich in der letzten Stadtratssitzung klar positioniert und konnte erreichen, dass die Stadtverwaltung die Planungen um die Sanierung/Fortentwicklung im Erikaweg wieder aufnimmt. Der OB hatte die Diskussion schon für beendet erklärt.
Bei der Bedarfsplanung, ür die Angebotsgestaltung und die Vergabe von Plätzen sollten Betreiber, die Stadtverwaltung unter Mitbestimmung der ElternvertreterInnen enger zusammenrücken. Dies könnte in einem von der Verwaltung geleiteten Gremium geschehen. Entscheidend ist die Zuarbeit des Referats, um alle Entscheidungen und Planungen auf möglichst exakte Prognose zu stellen.
Die Qualität der Betreuung der Kinder kann auch durch bessere Vernetzung der Einrichtungen mit Sport, Kultur und Vereinen in Bayreuth erreicht werden.
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
4. Was wollen Sie unternehmen, um die Berufe in Kindertageseinrichtungen speziell in Bayreuth attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel zu begegnen?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Als Oberbürgermeisterin schaffe ich gute Rahmenbedingungen: Lebensqualität, einen funktionierenden ÖPNV, eine intakte Infrastruktur, ein vielfältiges Angebot für Kultur, Freizeit und Sport, alles andere ist Sache der Träger.
Jannick Metz, Die Linke
Enge Zusammenarbeit mit allen Schulformen in Bayreuth um den Beruf in allen möglichen Jahrgangsstufen, in den Praktika möglich sind, attraktiver zu machen. Weiterhin würde ich mich für die Schaffung von Wohnraum für Auszubildende einsetzen.
Luisa Funke-Barjak, FDP
An vielen Stellen können die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld verbessert werden, außerdem will ich z. B. durch Unterstützung bei der Wohnraumsuche gezielt entlasten.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Dies ist in erster Linie Aufgabe der Träger. Die Situation hat sich durch das Ansiedeln der beiden Fachschulen in Bayreuth und die neuen Tarifabschlüsse bei den Trägern gebessert. Aus städtischer Sicht könnte man z.B. die Ausbildung von Erziehungskräften in den Qualitätsbonus aufnehmen und durch gut sanierte Gebäude eine angenehme Arbeitsumgebung schaffen.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Bayreuth muss hier mehr tun als das Übliche. Attraktivität entsteht nicht durch wohlklingende Worte, sondern durch konkrete Unterstützung im Alltag. Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen, echte Wertschätzung und auch finanzielle Anreize. Genau deshalb haben wir unter anderem ein Erzieher-Stipendium vorgeschlagen, das Auszubildende finanziell unterstützt und im Gegenzug eine mehrjährige berufliche Bindung an die Stadt Bayreuth vorsieht. Ergänzend dazu haben wir Hilfen bei der Wohnungssuche angeregt, etwa durch günstige Azubi-Wohnungen oder Wohngemeinschaften, um den Einstieg in den Beruf überhaupt praktikabel zu machen.
Leider wurden diese Vorschläge im Stadtrat bislang regelmäßig abgelehnt. Das ist aus unserer Sicht ein strukturelles Problem. Bei allem Respekt vor den handelnden Personen zeigt sich immer wieder, dass Kinderbetreuung und Familienpolitik im Stadtrat nicht die Priorität und Wertschätzung erhalten, die sie heute bräuchten. Gerade in Gremien, die stark von älteren Herren geprägt sind, spielen diese Themen oftmals – auch aufgrund unterschiedlicher Lebensrealitäten – eine untergeordnete Rolle. Die Realität junger Familien mit Doppelverdienerzwang, steigenden Mieten und hoher Belastung findet dort nicht immer ausreichend Gehör.
Genau deshalb legt das Junge Bayreuth seit Jahren immer wieder den Finger in die Wunde. Gute Kinderbetreuung ist kein Randthema und kein „Gedöns“, sondern ein zentraler Standortfaktor und eine Voraussetzung für Chancengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für die Qualität der frühkindlichen Bildung. Maßnahmen wie ein Erzieher-Stipendium oder Wohnraumangebote für Auszubildende sind keine Luxusausgaben, sondern gezielte Investitionen in die Qualität der Betreuung und in die Zukunft unserer Stadt. Wer Fachkräfte halten und gewinnen will, muss bereit sein, genau hier neue Wege zu gehen – auch wenn das bedeutet, an anderer Stelle Prioritäten zu verschieben.
Mehr zu unserem Antrag finden Sie auf der Website von Junges Bayreuth.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
s.o. Die Stadt kann weder in die Ausbildung noch in die Vergütungsregelungn eingreifen. Sie kann nur ein attraktives, wertschätzendes Arbeitsumfeld generieren.
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
5. Wie sehen Ihre Pläne aus, um die Betreuungsangebote in Bayreuth rechtzeitig und ausreichend für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeschulte Grundschulkinder auszubauen?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Gemäß Bericht der Sozialreferentin vom September 2025 stellt die Stadt Bayreuth mit Beginn des Schuljahres 2025/26 ein Betreuungsangebot von rund 65 % zur Verfügung. Einer landesweiten Empfehlung folgend, ist künftig von einer Inanspruchnahme von 80 % der Kinder mit Rechtsanspruch auszugehen. Einige Schulen können heute schon eine 100prozentige Deckung vorweisen, bei anderen wiederum besteht noch Handlungsbedarf. Ich finde das vorgeschlagene Vorgehen der Verwaltung richtig: Zunächst soll eine Eltern-Bedarfsabfrage erfolgen, nach deren Auswertung und gemeinsamer Analyse in der Strategiegruppe wird die Verwaltung detailliert über die weitere geplante Vorgehensweise, die anvisierten Projekte und deren Umsetzung berichten. Darauf werde ich ein wachsames Auge haben!
Jannick Metz, Die Linke
Auch hier würde ich wieder mit dem Kita-Gipfel versuchen eine Lösung zu finden. Im besten Fall noch innerhalb der ersten 100 Tage meiner Amtszeit.
Luisa Funke-Barjak, FDP
Die Planungen dazu laufen ja bereits. Dennoch muss der Ausbau gemeinsam mit Schulen, Horten und freien Trägern geplant werden. Eine große Chance sehe ich darin, dass vorhandene Räume besser genutzt werden und neue Kooperationen mit Vereinen und Jugendhilfe aufgebaut werden.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Da die Wahlperiode erst im Mai 2026 anfangen würde, wäre der Einfluss für den ersten Jahrgang wohl begrenzt.
Als Sofortmaßnahmen würde ich eine Priorisierung der Vernetzung zwischen Kita-verwaltung (Jugendamt) und Schulverwaltung sowie ein gemeinsames Anmeldeverfahren anstreben. Es darf nicht die Situation entstehen, dass die Ganztagsbetreuungen der Kita-Verwaltung bekannt sind und die Schulanmeldungen der Schulverwaltung, aber keine Vernetzung der Daten entsteht. Ich würde auch versuchen, Little Bird zu einem gemeinsamen Anmeldetool zu entwickeln und endlich das Analyse-Update für die Verwaltung dazuzukaufen.
Außerdem muss die Jugendhilfeplanung mit einem Schulentwicklungskonzept abgestimmt werden
– Kleinkinderbetreuung einerseits und Schulkinderbetreuung andererseits müssen zusammenpassen.
Aus meinen Gesprächen mit Eltern kommt zudem immer wieder auf, dass der Großteil des Betreuungsbedarfs eine Mittagsbetreuung ist. Hier müssen wir gezielt die Lücken schließen.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist richtig und wichtig, darf aber nicht nur auf dem Papier existieren. Viele Eltern scheuen den Gang zum Anwalt, selbst wenn ihnen rechtlich ein Platz zusteht. Deshalb muss dieser Anspruch praktisch erfüllbar sein. Dafür braucht es eine frühzeitige, datenbasierte Bedarfsplanung, ausreichende räumliche Kapazitäten und vor allem genügend qualifiziertes Personal. Nur so lässt sich verhindern, dass insbesondere Mütter beruflich zurückstecken müssen.
Gleichzeitig müssen die bestehenden Landesförderprogramme des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales konsequent und zielgerichtet genutzt werden. Wo diese Mittel nicht ausreichen, muss die Stadt Bayreuth selbst Verantwortung übernehmen und die notwendigen Mittel im Haushalt bereitstellen. Am Ende geht es vor allem um eines: Personal. Ohne ausreichend Fachkräfte bleibt jeder Rechtsanspruch wirkungslos.
Politik bedeutet letztlich immer, demokratisch darum zu ringen, wofür begrenzte Mittel eingesetzt werden. Für das Junge Bayreuth ist dabei klar, dass Kinderbetreuung, Schulen und Familienpolitik +ganz oben auf der Prioritätenliste stehen müssen. Das Geld dafür ist da – es ist eine Frage der politischen Entscheidung, es auch entsprechend einzusetzen.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
6. Wie wollen Sie sicherstellen, dass in sämtlichen Formen der Kindertagesbetreuung in Bayreuth jeweils genügend Betreuungsplätze vorhanden sind, um den Bedarf zu decken und die vorhandenen Betreuungslücken zu schließen?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Es bedarf einer Gesamtschau. Bereits jetzt gibt es teilweise freie Plätze im KiTa- und Krippenbereich. Darüber hinaus will ich die Kindertagespflege stärken, um so Alternativen, bzw. mehr Flexibilität, z. B. in Randzeiten anbieten zu können.
Jannick Metz, Die Linke
Um zuallererst einen guten Überblick zu bekommen, in welchem Stadtteil wie viele Angebote vorherrschen müssen, würde ich Kinder in Zukunft ähnlich zu dem Sprengel der Grundschulen einteilen. Anschließend würde ich mich auf die Lösungen des Kitagipfels beziehen, um weitere Probleme zu beheben.
Luisa Funke-Barjak, FDP
Eine regelmäßige und transparente Bedarfsplanung muss etabliert werden, damit Ausbauentscheidungen rechtzeitig getroffen werden können.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Ich verweise auf die obigen Antworten und betone nochmal, dass eine Priorisierung der Jugendhilfeplanung unter Einbeziehung der vorhandenen Gebäudestruktur mit dem entsprechenden Sanierungsstand besonders wichtig sein wird. Nur wer die Zahlen und einen Plan, kann sinnvoll die begrenzten städtischen Ressourcen zusammen mit den Trägern einsetzen.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Eine verlässliche Versorgung gelingt nur mit moderner Planung. Der Bedarf lässt sich demografisch gut modellieren, wenn man bereit ist, vorausschauend zu arbeiten. Wichtig ist, bewusst einen leichten Überschuss einzuplanen, um Spitzen abzufangen und nicht ständig auf Krisen reagieren zu müssen. Dazu braucht es regelmäßige Gespräche mit Trägern, Fachpersonal und Elternvertretungen sowie ein klares politisches Bekenntnis, den Ausbau konsequent voranzutreiben.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Neben dem bereits bestehenden circa 4000 Betreuungsplätzen sind derzeit 200 zusätzlich im Bau, und circa 250 in Planung. Unter Berücksichtigung der Geburtenentwicklung ist davon auszugehen, dass innerhalb von circa zwei Jahren die baulich schlechten Containerlösungen beseitigt sind.
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
7. Wie kann Ihrer Meinung nach die Finanzierung der Betreuungsangebote – auch der zusätzlich erforderlichen – in Bayreuth sichergestellt werden?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Siehe 1. Finanzierung
Jannick Metz, Die Linke
Wie weiter oben bereits erwähnt, setzen wir uns für Gebühren angepasst an das Einkommen der Eltern ein. Weiterhin sehe ich in den Freiwilligen Leistungen der Stadt Bayreuth eine Aufgabe, für etwaige Mehrkosten aufzukommen. Bildung und Betreuungsangebote für die nächste Generation sollten grundsätzlich im Interesse unseres Staates und somit unserer Stadt sein.
Luisa Funke-Barjak, FDP
Die Fördermittel müssen wir gezielt einsetzen und unnötige Bürokratie abbauen.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Hier wird neben Eigenmittels der kommunen insbesondere das Beantragen von Fördermitteln und die sofortige Weitergabe an die sozialen Träger, die für die Stadt die Betreuungsangebote schaffen, notwendig sein.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Kinderbetreuung ist keine freiwillige Leistung, sondern eine Pflichtaufgabe der Kommune. Finanzierung ist daher in erster Linie eine Frage der Priorisierung. Politik bedeutet, Entscheidungen zu treffen – auch unbequeme. Wenn für andere, nicht zwingend notwendige Projekte Millionenbeträge zur Verfügung stehen, dann gibt es keine überzeugenden Ausreden, warum ausgerechnet bei Kitas gespart wird. Für mich und für das Junge Bayreuth gilt klar: Schulen und Kitas haben Vorrang.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
8. Wie wollen Sie sicherstellen, dass die Kinderbetreuung für Familien in Bayreuth angesichts stetig steigender Kosten bezahlbar bleibt?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Siehe 1. Finanzierung
Jannick Metz, Die Linke
Die Stadt muss in enger Zusammenarbeit mit den Trägern dafür sorgen, dass jedes Kind in Bayreuth einen Platz bekommt. Meiner Meinung nach ist es wichtig Ressourcen in der Stadt gemeinsam mit den Trägern zu bündeln damit in den kommenden Jahren Probleme wie sie aktuell vorliegen aufgearbeitet werden und die Betreuung anhand mit Rechnung der Geburtenrate vorausgesagt wird wie viele Plätze ab wann genau benötigt werden. Dies wird mit
der neu geschaffenen Stelle im Amt für Kinder- Jugend und Familie sichergestellt. Auch der regelmäßig tagende Kitagipfel wird hierbei Transparenz schaffen!
Luisa Funke-Barjak, FDP
Ziel ist es natürlich, dass die Elternbeiträge möglichst stabil bleiben und sozial gerechte Staffelungen ausgebaut werden. Wichtig ist mir die Transparenz bei Kosten und Leistungen.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Auch hier verweise ich auf obige Antworten, wonach das weitgehend die Aufgabe des Freistaates ist. Allerdings hat auch die Stadt einen Hebel: Nach dem Bayreuther Modell stellt die Kommunen (oder Private/Institutionen) den sozialen Trägern zumeist kostenfrei oder sehr günstig die Gebäude und Räume zur Verfügung. Dadurch müssen die Träger den Unterhalt nicht in die Elternbeiträge einpreisen. Das möchte ich so weiterführen. So können wir mittelbar Steigerungen wegen Unterhaltskosten vermeiden.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Bezahlbarkeit lässt sich nur sichern, wenn der städtische Haushalt konsequent auf Pflichtaufgaben ausgerichtet wird. Alles, was nicht zwingend notwendig ist, muss kritisch geprüft werden. Steigende Kosten dürfen dabei nicht einseitig auf Familien abgewälzt werden. Wer Kinderbetreuung ernst nimmt, muss bereit sein, an anderer Stelle zurückzustecken.
Gleichzeitig gehört zur Ehrlichkeit auch dazu, anzuerkennen, dass Kinderbetreuung nicht dauerhaft preislich eingefroren werden kann. In den vergangenen Jahren sind die Kosten massiv gestiegen – durch höhere Energiepreise, steigende Betriebskosten, und auch durch gestiegene Gehälter. Dass Kinderbetreuung dadurch teurer wird, ist grundsätzlich nachvollziehbar und nicht vermeidbar.
Problematisch war jedoch die Art und Weise, wie damit in Bayreuth umgegangen wurde. Über viele Jahre hinweg wurden die Elternbeiträge – sowohl in früheren Amtszeiten als auch in den ersten Jahren unter dem jetzigen Oberbürgermeister – nicht angepasst. Diese politische Bequemlichkeit hat dazu geführt, dass notwendige Anpassungen aufgeschoben wurden. Als sie dann kamen, trafen sie die Eltern umso härter. Plötzliche, deutliche Beitragserhöhungen nach Jahren des Stillstands wirken wie ein Schock und sind für viele Familien schwer zu stemmen.
Hier wäre ein anderer Weg richtig gewesen: transparente, schrittweise Anpassungen, frühzeitige Information und vor allem eine enge Einbindung der Elternbeiräte. Wer Kostensteigerungen offen erklärt, nachvollziehbar darlegt und gemeinsam nach Lösungen sucht, schafft Akzeptanz. Das Prinzip „jahrelang nichts tun und dann vor vollendete Tatsachen stellen“ war ein Fehler.
Für mich gilt deshalb: Bezahlbarkeit heißt nicht, Kosten unrealistisch niedrig zu halten, sondern sie fair, planbar und sozial ausgewogen zu gestalten. Die Stadt muss ihren Teil der Verantwortung tragen, Pflichtaufgaben priorisieren und gleichzeitig Eltern frühzeitig und ehrlich einbinden. Nur so bleibt Kinderbetreuung dauerhaft finanzierbar – für Familien und für die Kommune.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
9. Was sagen Sie Eltern, die in Bayreuth trotz Ausschöpfens aller zumutbaren Mittel keinen Betreuungsplatz für ihr Kind oder ihre Kinder finden?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Die derzeitige Auskunft der Sozialreferentin lautet, dass als Platzanfragen erfüllt werden konnten. Zur Abfederung von Spitzen fördern wir die Kindertagespflege. Sollte es hin und wieder zu Härtefallen kommen, würde ich in Einzelfällen versuchen, unbürokratisch zu helfen.
Jannick Metz, Die Linke
Wir sind uns der Problematik in Bayreuth bewusst und werden alles daransetzen, die Situation zu beheben. Wenn wirklich alle Stricke reisen sollten, werden wir versuchen mit den Kommunen Nahe der Stadt Bayreuth eine Möglichkeit zu finden, sie eventuell dort unterbringen zu können.
Luisa Funke-Barjak, FDP
Ich nehme die Sorgen der betroffenen Familien sehr ernst und setze mich für schnelle Übergangslösungen ein. Unser Ziel ist es, Betreuungslücken so rasch wie möglich zu schließen und niemanden allein zu lassen.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Zunächst einmal möchte ich, dass es zu einer solchen Situation gar nicht erst kommt. Wenn dies aber der Fall ist, dann sollen sie sich deutlich, aber in angebrachtem Ton an die Verwaltung wenden und ihre Situation darstellen. Es darf keine Dunkelziffer entstehen. Meinem Wissen nach haben die Sozialen Träger in den allermeisten Einzelfällen noch Lösungen gefunden, um eine Betreuung sicherzustellen, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.
Das ändert aber nichts daran, dass damit defacto das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern ausgehebelt ist.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Dass Eltern trotz Ausschöpfens aller zumutbaren Möglichkeiten keinen Betreuungsplatz für ihr Kind finden, ist völlig inakzeptabel. Viele Familien haben über Jahre hinweg unter dieser Situation gelitten – mit massiven Folgen für Beruf, Einkommen und persönliche Belastung. Für solche Zustände gibt es keine Ausrede.
Mein klarer Rat an betroffene Eltern ist, den bestehenden Rechtsanspruch selbstbewusst wahrzunehmen und sich nicht kleinmachen zu lassen. Niemand sollte aus Angst vor Konflikten darauf verzichten, ein gesetzlich verankertes Recht einzufordern. Dazu gehört auch der Hinweis, dass im Zweifel zumindest ein Anspruch auf finanzielle Entschädigung bestehen kann. Eltern dürfen hier keine falsche Rücksicht nehmen.
Gleichzeitig ist es wichtig, sich zusammenzuschließen. Einzelne Eltern lassen sich leicht überhören, gemeinsames Auftreten nicht. Öffentlichkeit herstellen, Erfahrungen teilen, sich vernetzen und gemeinsam Druck aufbauen – all das ist legitim und notwendig. Ergänzend sollten alle verfügbaren Alternativen geprüft werden, etwa Modelle der Kindertagespflege oder Gespräche mit Tagesmüttern.
Langfristig kann die Antwort aber nur lauten: ausreichend Plätze schaffen und Betreuungslücken strukturell schließen. Alles andere ist Flickwerk. Man muss sich nur vor Augen führen, wie wir reagieren würden, wenn Eltern keinen Schulplatz für ihr Kind bekämen – das wäre ein Skandal. Bei der frühkindlichen Betreuung wird so etwas hingegen viel zu oft hingenommen, obwohl sie für die Entwicklung der Kinder und für Familien, besonders jene mit Doppelverdienerzwang, ebenso unverzichtbar ist.
Kinderbetreuung ist kein freiwilliger Service, sondern eine zentrale Grundlage moderner Gesellschaft. Dass Eltern hier im Stich gelassen werden, darf sich nicht wiederholen.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
10. Wie wollen Sie langfristig die Kindertagesbetreuung in Bayreuth weiterentwickeln?
Antworten der Politikerinnen und Politiker
Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
Siehe 6.
Jannick Metz, Die Linke
Neue Stelle im Amt für Kinder- Jugend und Familie schaffen. Einführung eines regelmäßig tagenden Kitagipfels. Verpflichtung für alle Träger kontinuierlich mit der Stadt zusammen an einem Konzept zu arbeiten, um die aktuell herrschende Lage schnellstmöglich zu überwinden, aufzuarbeiten und zukünftig die Betreuungsplätze vorausschauend anpassen, Personal sicherstellen und effektiv fortbilden.
Luisa Funke-Barjak, FDP
Essentiell ist, die Kindertagesbetreuung in Bayreuth vorausschauend und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Dabei setze ich auf Vielfalt der Träger, hohe Qualität und verlässliche Rahmenbedingungen für Familien und Fachkräfte.
Dr. Andreas Zippel, SPD
Zusammengefasst: Ich möchte die Kita-Verwaltung, die Schulverwaltung, die Bauverwaltung, die Sozialen Träger und die Elternbeiräte stärker miteinander vernetzen. Ich werde die Verwaltungsprozesse im Gebäude-Unterhalt anpassen, alle einschlägigen Förderprogramme für die Sozialen Träger beantragen sowie in der Planung- und Baugenehmigungsphase für Neubauprojekte größtmögliche Unterstützung geben. Außerdem soll unsere Kindertagesbetreuung stärker datenbasiert aufgrund von belastbaren Planungen erfolgen. Ich möchte die Vielfalt der Träger und pädagogischen Konzepte erhalten.
Christopher Süss, Junges Bayreuth
Langfristig braucht es klare Prioritäten: erstens ausreichend Plätze, zweitens gute Gebäude statt Provisorien, drittens stabile und zufriedene Fachkräfte. Darauf aufbauend sollte die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit gemeinsam mit denjenigen erfolgen, die täglich Verantwortung tragen – den Fachkräften, Trägern und Eltern. Nicht abstrakte Konzepte von oben, sondern praxisnahe Lösungen, die Kindern wirklich zugutekommen. Ziel muss die bestmögliche kindliche Entwicklung sein – und dafür braucht es Verlässlichkeit, Qualität und politische Konsequenz.
Dr. Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen
Thomas Ebersberger, CSU
Maximilian Maul, AfD
Frank Hofmann, Freie Wähler / Bayreuther Gemeinschaft
Wie bereits beantwortet, erhoffe ich mir durch die Erfahrungen und Erhebungen des Pilotprojektes „Demografiefeste Kommune“, dass künftig besser geplant werden kann um das Angebot mehr an den Bedarf anzupassen als bisher.
Als Familienvater mit einem Fünftklässler und einem Kindergartenkind und meiner Bereitschaft künftig persönlich (als OB) an gemeinsamen Besprechungen der Sozialreferentin, der Träger und der Elternvertreter (Gesamtelternbeirat) teilzunehmen möchte ich zeigen, dass das Thema Kinderbetreuung künftig den Stellenwert bekommt, den es verdient und dass die Stadtspitze aufgrund eigener Erfahrungen die Sorgen und Nöte junger Familien ernst nimmt.
Die Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten sind selbst für den Inhalt ihrer Antworten verantwortlich.
Die Reihenfolge der Antworten ergab sich durch deren Abgabezeitpunkt/Übergabe.
