Der GEB fragt zum Thema Kinderbetreuung in Bayreuth nach

im Lichte der bevorstehenden Kommunalwahl 2026 möchten wir die Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten auf ein zentrales Thema der kommunalen Familienpolitik aufmerksam machen: die Kindertagesbetreuung in Bayreuth. Die Positionen und Pläne der Politiker zu diesem Thema sind für viele Eltern und Familien in unserer Stadt von großem Interesse.

Beantwortet haben aktuell (Stand 16.01.2026):

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Jannick Metz, Die Linke

Luisa Funke-Barjak, FDP

1. Wie bewerten Sie die derzeitige Situation der Kindertagesbetreuung in Bayreuth hinsichtlich…

der Anzahl der zur Verfügung stehenden Betreuungsplätze​

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Laut meinem Kenntnisstand, basierend auf den Aussagen der Sozialrefentin vom 10.11.25 im Bayreuther Tagblatt, wurde die Anzahl der freien Plätze auf ungefähr 15 Plätze, 11 in KiTas, 4 in Krippen, beziffert. Das heißt, dass z. Z. alle Betreuungswünsche erfüllt werden konnten. Das ist leider nicht immer wohnortnah möglich, liegt aber teilweise in der Natur der Sache, da die Aufenthaltsdauer in einer KiTa bei etwa 3 Jahren liegt, die Nutzungsdauer eines Gebäudes bei etwa 30 Jahren. 

Jannick Metz, Die Linke

Nicht ausreichend

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

ist gut. Wir müssen allerdings am Ball bleiben. Da in anderen Städten, insbesondere in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, aber auch in Städten wie z.B. Köln, Berlin, Bergisch-Gladbach oder Lörrach, teilweise Stellen abgebaut werden müssen, wegen Nichtauslastung von KiTas, hoffen wir, hier qualifizierte Kräfte
gewinnen zu können. Wie dies geschehen könnte, würde ich in der Trägerversammlung gemeinsam mit den Betroffenen erörtern.

Jannick Metz, Die Linke

Personalschlüssel muss IMMER eingehalten werden! Hilfskräfte dürfen nur im Notfall eingesetzt werden! Stärkere und bessere Überwachung von Praktikant*innen um diesen nicht mehr Verantwortung zu übertragen als rechtlich erlaubt! Hierfür neue Stelle schaffen im Amt für Kinder-Jugend und Familie.

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Von der Waldorf- über die Montessori-KiTa, die Wald-KiTa, die integrative KiTa, die Kneipp-KiTa bis zur Kita, die nach dem Situationsansatz agiert, Bayreuths KiTa-Landschaft ist äußerst vielseitig! Demnächst wird es auch noch eine Sport-KiTa geben, in der das Thema Bewegung und Inklusion im Mittelpunkt stehen wird.

Jannick Metz, Die Linke

Vielfältigkeit anpassen, Waldgruppen stärker ermöglichen

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Überwiegend sind die Einrichtungen in unserer Stadt in einem guten, bzw. sehr guten Zustand. Es gibt in einigen Einrichtungen Sanierungsbedarf. Das werden wir angehen. Wir müssen aufhören, Container zu verteufeln. Sie sind viel besser als ihr Ruf. Damit schaffen wir mehr räumliche Flexibilität und können besser auf den demographischen Wandel, bzw. die Bedarfe in den einzelnen Stadtteilen reagieren.

Jannick Metz, Die Linke

Beispiel Saas! Seit Jahren in Containern, kein Gebäude in Sicht! Dies muss sich sofort ändern!

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Derzeit deckt der Freistaat Bayern lediglich ca. 60 % der tatsächlichen Kosten. Ich werde mich beim Bayerischen Städtetag sowie den lokalen und regionalen Landtagsabgeordneten dafür einsetzen, dass der Freistaat künftig eine tägliche vierstündliche Mindestbildungs- und -förderzeit pro Kind finanziert und für darüber hinaus gehende Buchungszeiten 90 % der Kosten übernimmt. Darüber hinaus würde eine allgemeingültige, nach Einkommen gestaffelte, Gebührensatzung für Planungssicherheit und Bezahlbarkeit für Eltern sorgen.

Jannick Metz, Die Linke

Hier werden wir versuchen direkt Einkommensabhängige Kitagebühren einzuführen. Dies soll direkt  einkommensschwächere Familien unterstützen. Über einen längerfristigen Zeitraum ist unser Plan Kostenlose Kindergärten für Bayreutherinnen und Bayreuther zu ermöglichen. Dies wird aber sehr wahrscheinlich ein laufender Prozess werden und nicht auf einmal möglich sein.

Luisa Funke-Barjak, FDP

In Bayreuth gibt es weiterhin zu wenige Betreuungsplätze, besonders im Krippenbereich und bei den  Ganztagsangeboten. Der anhaltende Fachkräftemangel belastet viele Einrichtungen und gefährdet somit die Qualität der Betreuung.
Die pädagogische Arbeit ist engagiert, leidet aber zunehmend unter Zeit- und Personaldruck. Viele Gebäude sind sanierungsbedürftig, während Neubauten zu langsam vorankommen. Die Finanzierung stellt für die Stadt und die Träger eine immer größere Herausforderung dar.

2. Was sind Ihrer Meinung nach aktuell und in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen hinsichtlich der Kindertagesbetreuung in Bayreuth?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Der demografische Wandel und damit einhergehend weniger Kinder, die KiTas und Krippen besuchen, wird auch in Bayreuth dafür sorgen, dass mehr räumliche Flexibilität erforderlich ist, da sich die Bevölkerungsstruktur in den  Stadtteilen verändern wird. Das für die Stadt Bayreuth erarbeitete demographische Profil muss daher Basis für alle künftigen Planungen sein.

Jannick Metz, Die Linke

Anpassung der Betreuungsplätze auf die Geburtenrate und Renovierung unserer Kindergärten. Hierfür Einführung eines gesonderten Postens im Amt für Kinder- Jugend und Familie in Bayreuth, dessen Zuständigkeitsbereich sich lediglich mit der Planung, Sicherstellung und  Weiterentwicklung der Betreuungsplätze für Krippe, Kita und Hortplätze
kümmert.

Luisa Funke-Barjak, FDP

Die größten Aufgaben sind die Gewinnung von Fachkräften, der Ausbau von Plätzen, die Umsetzung des Ganztagsanspruchs und eine verlässliche Finanzierung.

3. Welche konkreten Maßnahmen schlagen Sie vor, um die Qualität der Betreuung in Krippen, Kindergärten und Horten in Bayreuth zu sichern und zu verbessern?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Siehe 1 und 2

Jannick Metz, Die Linke

Rahmenbedingungen wie Räumlichkeiten Betreuungsschlüssel verbessern, weiterhin sind regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für das Personal das A und O für qualitativ hochwertige Kinderbetreuung! Hierfür muss die Stadt gemeinsam mit Trägern verbindliche Absprachen treffen!

Ein Kita-Gipfel muss ins Leben gerufen werden und mit regelmäßig Tagungen und durch lückenlose Dokumentation dafür sorgen, dass die Qualität der Kinderbetreuung langfristig verbessert und gesichert wird.

Luisa Funke-Barjak, FDP

Die Fachkräfte können durch weniger Bürokratie entlastet werden, dadurch bleibt mehr Zeit für die pädagogische Arbeit. Wir müssen gezielt in moderne Gebäude, die Ausstattung und digitale Unterstützung investieren.

4. Was wollen Sie unternehmen, um die Berufe in Kindertageseinrichtungen speziell in Bayreuth attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel zu begegnen?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Als Oberbürgermeisterin schaffe ich gute Rahmenbedingungen: Lebensqualität, einen funktionierenden ÖPNV, eine intakte Infrastruktur, ein vielfältiges Angebot für Kultur, Freizeit und Sport, alles andere ist Sache der Träger.

Jannick Metz, Die Linke

Enge Zusammenarbeit mit allen Schulformen in Bayreuth um den Beruf in allen möglichen Jahrgangsstufen, in den Praktika möglich sind, attraktiver zu machen. Weiterhin würde ich mich für die Schaffung von Wohnraum für Auszubildende einsetzen.

Luisa Funke-Barjak, FDP

An vielen Stellen können die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld verbessert werden, außerdem will ich z. B. durch Unterstützung bei der Wohnraumsuche gezielt entlasten.

5. Wie sehen Ihre Pläne aus, um die Betreuungsangebote in Bayreuth rechtzeitig und ausreichend für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeschulte Grundschulkinder auszubauen?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Gemäß Bericht der Sozialreferentin vom September 2025 stellt die Stadt Bayreuth mit Beginn des Schuljahres 2025/26 ein Betreuungsangebot von rund 65 % zur Verfügung. Einer landesweiten Empfehlung folgend, ist künftig von einer Inanspruchnahme von 80 % der Kinder mit Rechtsanspruch auszugehen. Einige Schulen können heute schon eine 100prozentige Deckung vorweisen, bei anderen wiederum besteht noch Handlungsbedarf. Ich finde das vorgeschlagene Vorgehen der Verwaltung richtig: Zunächst soll eine Eltern-Bedarfsabfrage erfolgen, nach deren Auswertung und gemeinsamer Analyse in der Strategiegruppe wird die Verwaltung detailliert über die weitere geplante Vorgehensweise, die anvisierten Projekte und deren Umsetzung berichten. Darauf werde ich ein wachsames Auge haben!

Jannick Metz, Die Linke

Auch hier würde ich wieder mit dem Kita-Gipfel versuchen eine Lösung zu finden. Im besten Fall noch innerhalb der ersten 100 Tage meiner Amtszeit.

Luisa Funke-Barjak, FDP

Die Planungen dazu laufen ja bereits. Dennoch muss der Ausbau gemeinsam mit Schulen, Horten und freien Trägern geplant werden. Eine große Chance sehe ich darin, dass vorhandene Räume besser genutzt werden und neue Kooperationen mit Vereinen und Jugendhilfe aufgebaut werden.

6. Wie wollen Sie sicherstellen, dass in sämtlichen Formen der Kindertagesbetreuung in Bayreuth jeweils genügend Betreuungsplätze vorhanden sind, um den Bedarf zu decken und die vorhandenen Betreuungslücken zu schließen?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Es bedarf einer Gesamtschau. Bereits jetzt gibt es teilweise freie Plätze im KiTa- und Krippenbereich. Darüber hinaus will ich die Kindertagespflege stärken, um so Alternativen, bzw. mehr Flexibilität, z. B. in Randzeiten anbieten zu können.

Jannick Metz, Die Linke

Um zuallererst einen guten Überblick zu bekommen, in welchem Stadtteil wie viele Angebote vorherrschen müssen, würde ich Kinder in Zukunft ähnlich zu dem Sprengel der Grundschulen einteilen. Anschließend würde ich mich auf die Lösungen des Kitagipfels beziehen, um weitere Probleme zu beheben.

Luisa Funke-Barjak, FDP

Eine regelmäßige und transparente Bedarfsplanung muss etabliert werden, damit Ausbauentscheidungen rechtzeitig getroffen werden können.

7. Wie kann Ihrer Meinung nach die Finanzierung der Betreuungsangebote – auch der zusätzlich erforderlichen – in Bayreuth sichergestellt werden?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Siehe 1. Finanzierung

Jannick Metz, Die Linke

Wie weiter oben bereits erwähnt, setzen wir uns für Gebühren angepasst an das Einkommen der Eltern ein. Weiterhin sehe ich in den Freiwilligen Leistungen der Stadt Bayreuth eine Aufgabe, für etwaige Mehrkosten aufzukommen. Bildung und Betreuungsangebote für die nächste Generation sollten grundsätzlich im Interesse unseres Staates und somit unserer Stadt sein.

Luisa Funke-Barjak, FDP

Die Fördermittel müssen wir gezielt einsetzen und unnötige Bürokratie abbauen.

8. Wie wollen Sie sicherstellen, dass die Kinderbetreuung für Familien in Bayreuth angesichts stetig steigender Kosten bezahlbar bleibt?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Siehe 1. Finanzierung

Jannick Metz, Die Linke

Die Stadt muss in enger Zusammenarbeit mit den Trägern dafür sorgen, dass jedes Kind in Bayreuth einen Platz bekommt. Meiner Meinung nach ist es wichtig Ressourcen in der Stadt gemeinsam mit den Trägern zu bündeln damit in den kommenden Jahren Probleme wie sie aktuell vorliegen aufgearbeitet werden und die Betreuung anhand mit Rechnung der Geburtenrate vorausgesagt wird wie viele Plätze ab wann genau benötigt werden. Dies wird mit
der neu geschaffenen Stelle im Amt für Kinder- Jugend und Familie sichergestellt. Auch der regelmäßig tagende Kitagipfel wird hierbei Transparenz schaffen!

Luisa Funke-Barjak, FDP

Ziel ist es natürlich, dass die Elternbeiträge möglichst stabil bleiben und sozial gerechte Staffelungen ausgebaut werden. Wichtig ist mir die Transparenz bei Kosten und Leistungen.

9. Was sagen Sie Eltern, die in Bayreuth trotz Ausschöpfens aller zumutbaren Mittel keinen Betreuungsplatz für ihr Kind oder ihre Kinder finden?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Die derzeitige Auskunft der Sozialreferentin lautet, dass als Platzanfragen erfüllt werden konnten. Zur Abfederung von Spitzen fördern wir die Kindertagespflege. Sollte es hin und wieder zu Härtefallen kommen, würde ich in Einzelfällen versuchen, unbürokratisch zu helfen.

Jannick Metz, Die Linke

Wir sind uns der Problematik in Bayreuth bewusst und werden alles daransetzen, die Situation zu beheben. Wenn wirklich alle Stricke reisen sollten, werden wir versuchen mit den Kommunen Nahe der Stadt Bayreuth eine Möglichkeit zu finden, sie eventuell dort unterbringen zu können.

Luisa Funke-Barjak, FDP

Ich nehme die Sorgen der betroffenen Familien sehr ernst und setze mich für schnelle Übergangslösungen ein. Unser Ziel ist es, Betreuungslücken so rasch wie möglich zu schließen und niemanden allein zu lassen.

10. Wie wollen Sie langfristig die Kindertagesbetreuung in Bayreuth weiterentwickeln?

Antworten der Politikerinnen und Politiker

Sabine Steininger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Siehe 6.

Jannick Metz, Die Linke

Neue Stelle im Amt für Kinder- Jugend und Familie schaffen. Einführung eines regelmäßig tagenden Kitagipfels. Verpflichtung für alle Träger kontinuierlich mit der Stadt zusammen an einem Konzept zu arbeiten, um die aktuell herrschende Lage schnellstmöglich zu überwinden, aufzuarbeiten und zukünftig die Betreuungsplätze vorausschauend anpassen, Personal sicherstellen und effektiv fortbilden.

Luisa Funke-Barjak, FDP

Essentiell ist, die Kindertagesbetreuung in Bayreuth vorausschauend und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Dabei setze ich auf Vielfalt der Träger, hohe Qualität und verlässliche Rahmenbedingungen für Familien und Fachkräfte.